Tint Starter Set im Test: Wie gut sind smarte Lampen aus dem Discounter?

Mit Tint soll jede Lampe ganz einfach smart werden.
Mit Tint soll jede Lampe ganz einfach smart werden.(© 2019 MÜLLER-LICHT)

Günstiger Einstieg ins Smart Home oder Leuchtmittel auf Sparflamme? Wir haben uns das Tint Starter Set genauer angesehen. Was die günstigen Smart-Home-Lampen können, und was nicht, das verraten wir im Test.

Der Einstieg ins Smart Home klappt am einfachsten mit passenden Lampen. Schließlich muss man das alte Leuchtmittel nur aus der Fassung drehen und durch das vermeintlich smarte neue Exemplar ersetzen. Allerdings ist der Einsteig zum „mal eben ausprobieren“ nicht immer erschwinglich. Ein Starter-Set von Philips Hue mit zwei E-27-Lampen und Bridge für die Verbindung zum Internet kostet auf Amazon etwa rund 80 Euro, bei Ikea kostet ein Set bestehend aus Lampe mit Dimmer 24,99 Euro. Soll das Leuchtmittel Farbe können, sind es 34,99 Euro. Günstiger soll es bei Müller-Licht werden. Das Unternehmen bietet Sonderpakete seiner Tint-Serie aktuell (ab 21. Januar 2019) beim Discounter Aldi Süd und demnächst (ab 28. Januar 2019) bei Aldi Nord an. Kostenpunkt: 29,99 Euro.

Was steckt im Starter-Set?

Dafür bekommt ihr neben einer Glühlampe, die 16 Millionen Farben darstellen kann, eine Fernbedienung zur Steuerung. Über diese könnt ihr die Helligkeit und die Farben verändern und insgesamt sechs Szenarien starten. Dazu gehören ein romantisches Setup und das richtige Licht zum Lesen. Darüber hinaus liegt eine Halterung für die Fernbedienung im Karton, mit der ihr sie an der Wand befestigen könnt, wahlweise per Klebestreifen oder brachial mit Bohrlöchern.

Auf diese Weise ersetzt die Fernbedienung dann euren herkömmlichen Lichtschalter. Die Lampe selbst steuert ihr dann über den Ein- und Aus-Knopf auf der Fernbedienung. Ähnlich funktioniert es auch mit dem entsprechenden Zubehör für Hue- oder Ikea-Lampen. Die haben allerdings den Vorteil, dass der Einschalter jeweils sehr groß ausfällt. Man findet ihm auch im Dunkeln ohne Probleme. Beim kleinen Button der Tint-Fernbedienung war das schon etwas schwieriger.

Dazu kommt, dass die Fernbedienung mit den vielen bunten Knöpfen nicht so schlicht und unauffällig daherkommt, wie die Gegenstücke der Smart-Home-Konkurrenz. Das gefällt nicht jedem. Immerhin habt ihr hier aber die Möglichkeit, direkt die Farbe der Lampe zu wechseln. Bei anderen Fabriken müsst ihr dafür erst das Smartphone zücken und die App aufrufen. Das klappt bei der Tint-Lösung aus einem einfachen Grund nicht: Es gibt gar keine App.

Echtes Smartphone gibt es nur mit dem richtigen Zubehör

Die Lampe ins Internet zu bekommen, um sie etwa per Sprachbefehl über den Amazon Echo zu steuern, setzt bereits vorhandenes Zubehör voraus. Weil die Tint-Leuchten den Funkstandard ZigBee 3.0 unterstützen, lassen sie sich laut Hersteller unter anderem mit der Bridge von Philips Hue verbinden. Alternativ könnt ihr die günstigen Lampen auch mit einem Amazon Echo Plus oder einem Echo Show (ab der 2. Generation) koppeln. Wir haben die Lampe im Test mit einem Amazon Echo Show verbunden. Die Einrichtung ist im Grunde einfach: Ihr schaltet die Lampe fünf Mal ein und aus. Nach dem Befehl „Alexa, finde meine Lampe“, schaltet ihr das Licht wieder. Nach kurzer Zeit hat die Sprachassistenz die Tint-Leuchte gefunden.

Allerdings entkoppelt ihr bei dem Vorgang die Lampe von der Fernbedienung. Heißt: Ihr könnt sie nur noch über die Alexa-App oder den Echo steuern. Nachträgliche Koppelungs-Versuche von Lampe und Fernbedienung schlugen im Test fehl. Wer den Status Quo wiederherstellen möchte, der muss zunächst die Lampe und dann die Fernbedienung zurücksetzen und beide neu miteinander koppeln. Schade: Die beigelegte Anleitung ist in diesem Punkt nicht ganz eindeutig.

Immerhin klappt die Einbindung in bestehende Produktgruppen und die Steuerung per Sprache gut. Per Kommando regelt ihr die Farbe und die Helligkeit der Lampe. Die vorgefertigten Szenen von der Fernbedienung könnt ihr zwar nicht mehr nutzen. Ihr könnt in der Alexa-App aber eigene Szenen erstellen. Für den Filmabend könnt ihr die Lampe zum Beispiel so einstellen, dass sie nur noch gedimmt und in einem dunklen Rot leuchtet. Außerdem positiv: Die Lampen merken sich die letzte Einstellung nach dem erneuten Einschalten über Amazon Alexa.

Fazit: Günstig, aber nicht Einsteiger-freundlich

Die Tint-Leuchten sind eine günstige Alternative zu etablierten Platzhirschen wie etwa Philips Hue. Zum Vergleich: Eine E27-Lampe mit Farbwiedergabe kostet bei den Niederländern aktuell rund 44 Euro – ohne Fernbedienung. Bei der günstigen Lösung habt ihr aber das Problem, dass die mitgelieferte Fernbedienung in Verbindung mit anderem Zubehör nicht mehr funktioniert. Außerdem braucht ihr bereits vorhandene Geräte, um die Lampen ins smarte Zuhause zu bringen – und das nötige Vorwissen für die Kopplung mit anderen Geräten müsst ihr auch gleich mitbringen. Davon findet sich in der Anleitung nicht viel.

Seid ihr damit zufrieden, die Lichtfarbe hin und wieder mit der Fernbedienung zu verändern oder etwa nur das Licht im Schlafzimmer bequem aus dem Bett heraus per Sprachbefehl ein- und auszuschalten, gibt es tatsächlich wenige Gründe, die gegen eine Anschaffung sprechen. Wer mehr will, sollte sich aber die Lampen von Ikea oder den Klassiker von Philips genauer anschauen.


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