Smartphones, Brillen, Sensationen: Die Highlights vom MWC 2019

Beim MWC gab es viele Neuvorstellungen.
Beim MWC gab es viele Neuvorstellungen.(© 2019 HMD)

In der Nacht vor dem Mobile World Congress 2019 (MWC) wurden in Hollywood die Oscars verliehen, wir küren nach dem Ende der wichtigsten Mobilfunkmesse der Welt ihre Highlights.

Vier Tage lang sind wir durch Barcelona, bzw. die dortigen Messehallen gelaufen und haben uns Produktvorstellungen angesehen und etliche Neuheiten auch direkt in die Hand genommen. Zurück in Hamburg, ist es an der Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen.

Durchbruch des Jahres

5G war schon in den letzten Jahren ein wichtiges Thema auf dem MWC, doch in diesem Jahr kam der Durchbruch. Ging es in den letzten Jahren noch viel um die Technologie und Netzwerk-Technik hinter dem neuen Mobilfunkstandard, kamen in diesem Jahr die ersten Geräte dazu mit denen sich die nächste Generation des mobilen Internets nutzen lässt. Nur wenige Smartphone-Hersteller verzichteten auf die Präsentation eines 5G-Smartphones und Chip-Hersteller Qualcomm plant 2020 jeden seiner Chipsätze mit 5G-Modem auszustatten – von denen für Top-Smartphones bis zu denen für Einsteiger-Modelle.

Während man die neuen Smartphones wie das LG V50 oder das ZTE Axon 10 Pro 5G in diesem Jahr in den ersten Ländern nutzen kann, um schneller Daten zu übertragen, wird dies in Deutschland frühestens 2020 der Fall. Die Versteigerung der 5G-Frequenzen ist für den März 2019 geplant und anschließend muss ja noch die neue Netzwerk-Technik auf Funkmasten montiert werden.

Hype des Jahres

Der Hype des Jahres hatte sich schon im letzten Jahr angekündigt und wurde von Samsung mit dem Galaxy Fold in der Woche vor dem MWC gestartet: die Falt-Smartphones. Neben neuen Notebooks war das faltbare Huawei Mate X, das einzige neue Smartphone, dass der chinesische Hersteller bei seiner MWC-Keynote präsentierte. Die zwei faltbaren Smartphones gab es auf der Messe allerdings nur hinter Glas zu sehen – nur mit viel Glück konnte man das Mate X hinter den Kulissen kurz in die Finger bekommen. Anders sah es am Stand von Royole aus. Der Display-Hersteller gab sein Flex Pai bereitwillig in die Hände der Besucher.

Das Royole Flex Pai ist das erste anfassbare Falt-Phone.(© 2019 CURVED)

Und auch Hersteller, die noch gar kein faltbares Smartphone fertig haben, wollten am Hype teilhaben und überzeugten dabei mal mehr, mal weniger. So hinterließen Alcatels Displays mit der hauseigenen Scharniertechnik "DragonHinge" einen guten Eindruck und es klingt auch logisch, dass der Hersteller warten will, bis er die Falt-Handys günstiger anbieten kann als die Konkurrenz momentan. Weniger überzeugend wirkte dagegen das Falt-Smartphone von Energizer: Selbst hinter Glas war zu erkennen, dass es sich nur um einen Dummy aus dem 3D-Drucker handelte, auf dem ein Aufkleber das Display simulieren sollte.

Bestes neues Smartphone, das man auch nutzen kann

Zugegeben, ausführlich testen konnten wir noch keines der neuen Smartphones vom MWC, aber nicht jedes interessante Smartphone kommt regulär nach Deutschland. Dies gilt zum Beispiel für das angesichts seiner Top-Ausstattung extrem günstige Xiaomi Mi 9 und auch beim LG G8 ThinQ mit seiner neuartigen Z-Kamera inklusive Gestensteuerung ist noch unklar, wann es hierzulande in die Läden kommt. Die 5G-Smartphones können ihren Mehrwert noch nicht ausspielen und die Falt-Smartphones der ersten Generation sind verdammt teuer.

Nokia 9 Pureview mit glänzender Rückseite aus Gorilla Glass.(© 2019 CURVED)

Somit ist das 649 Euro teure Nokia 9 Pureview, das im März 2019 in den Handel kommen soll, das beste neue Smartphone vom MWC, das man auch bald wirklich benutzen kann. Der erste Eindruck seines Systems aus fünf Kameras fiel positiv aus und auch ansonsten erwartet euch ein hochwertiges, ordentlich verarbeitetes Gerät mit flotter Hardware und aktueller Software.

Wandlung des Jahres

Der Bereich für Smartphones am MWC-Stand von Huawei ist in den letzten Jahren immer kleiner geworden. Zwar teilte das Unternehmen in diesem Jahr bei der Messe erneut mit, auch in Zukunft Telefone zu bauen, aber außer der Ankündigung das Blockchain-Smartphone HTC Exodus in Zukunft auch für echtes Geld zu verkaufen, gab es in diesem Bereich nichts neues. Stattdessen nahmen die Vive-VR-Brillen einen Großteil des Messestandes ein. In diesem Bereich scheint HTC eindeutig mehr Potential in der Zukunft zu sehen. Bei der Ausschöpfung dieses Potentials soll der neu vorgestellte HTC 5G Hub helfen. Er soll in Zukunft das schnelle 5G-Internet nicht nur ins Wohnzimmer bringen, sondern ist dank SIM-Karte, Akku und Android als Betriebssystem auch mobil einsetzbar.

Die Wandlung vom Smartphone-Hersteller zum VR-Anbieter ist damit bei HTC zwar noch nicht abgeschlossen, hat aber ein Stadium erreicht an dem sie nicht mehr Rückgängig gemacht werden kann.

Weiterentwicklung des Jahres

Weder auf VR noch auf AR setzt Microsoft. Das Stichwort des Windows-Konzerns lautet "Mixed Reality" oder kurz MR und dient als Beschreibung dessen, was die HoloLens macht. Zum MWC erfolgte die Vorstellung der HoloLens 2, die sich nicht nur technisch, sondern auch vom Tragekomfort deutlich weiter entwickelt hat. Die neue HoloLens ist zwar auch günstiger geworden, bleibt mit einem Preis von rund 3500 US-Dollar allerdings weiterhin ein Gadget, das von Firmen angeschafft werden soll und nicht zur Privat-Unterhaltung im Wohnzimmer.

Die HoloLens 2 ist nicht für das Wohnzimmer gedacht.(© 2019 Microsoft)

Absurdität des Jahres

Beim Versuch Nutzerwünsche zu erfüllen ist Energizer über das Ziel hinausgeschossen. Ja, das Energizer P18K Pop hat endlich mal eine lange Akkulaufzeit, ist aber durch den großen Akku auch unbrauchbar groß geworden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand diesen Klotz ernsthaft als Smartphone anschafft.


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