Deliveroo im Fitness-Food-Test: Wie gesund ist das Essen vom Lieferdienst?

Deliveroo im Fitness-Food-Test: Wie figurfreundlich kann man sich mit dem Lieferdienst Deliveroo ernähren?
Deliveroo im Fitness-Food-Test: Wie figurfreundlich kann man sich mit dem Lieferdienst Deliveroo ernähren?(© 2019 Deliveroo)

Wie ausgewogen, figurfreundlich beziehungsweise fitnessgerecht kann man sich mit Lieferdiensten wie Deliveroo ernähren, wenn man mal keine Zeit für Meal Prep hatte? Unsere Expertin hat Fitness-Food beim Lieferdienst Deliveroo geordert – und war zunächst geschockt, schließlich verblüfft und am Ende durchaus angetan. Hier lest ihr die ganze Geschichte...

Als Fitnessexpertin bin ich im Büro bekannt für meine Meal Prep: Während die anderen zu Burger King und Co. ausschwärmen, bleibe ich meistens allein mit meinen Tupperdosen zurück. Traurig, aber nützlich im Hinblick auf meine Gesundheit und Fitnessziele. Wenn ich gar keine Zeit zum Vorkochen hatte, geht es meistens nur in den nächsten Supermarkt an die Salattheke oder Suppenbar. Besonders abwechslungsreich ist das nicht. Da kam die Anfrage von Deliveroo, ob ich den Lieferservice mit einem Mittagsmenü testen möchte, gerade recht.

Auf Nachfrage äußerte ich den Wunsch nach einem Fitness-Menü, bestehend aus einer Proteinquelle mit komplexen Kohlenhydraten und Gemüse. Dazu fragte ich nach einem leichten Snack für den späten Nachmittag, bevor ich zum Krafttraining gehe. Ich wusste nur, dass meine Tupperdosen eine Auszeit haben, aber nicht, was mich erwartet. Gespannt und hungrig freute ich mich auf meine erste Deliveroo-Lieferung. Aber, Achtung, Spoiler: Zum Training konnte ich ab Abend nicht mehr – dafür wurden aber die Fast-Food-Fans im Kollegium ganz blass vor Futterneid...

Das war mein "Fitness-Menü" von Deliveroo

Was ihr hier seht, war mein Fitness-Food von Delieveroo. Was auf den ersten Blick anmutet, wie eine heiße und fettige Kalorienbombe, hält doch einige Überraschungen bereit. Aber der Reihe nach.

Das Essen kam nur zehn Minuten später als vereinbart, war aber heiß und hübsch angerichtet. "Wer soll das alles essen?", fragte mich unsere Fotografin kopfschüttelnd. Tatsächlich habe ich alles gegessen – allerdings stellte das Mittagsmenü meine gesamte Tagesration dar: Smoothie, Fritten und Chicken Nuggets, ein Riesensalat und ein Stück Torte. Wow. Zum Lunch gab es nur die Chicken Wings – die keine waren, aber dazu später mehr – und die Süßkartoffel-Pommes mit zwei köstlichen Dips. Der eine war cremig und auf Avocado-Basis, während der andere für ein angenehm süß-scharfes Prickeln sorgte. Die Pommes waren herrlich kross und die Nuggets fluffig weich. So gut, so lecker.

Danach fiel ich in ein Fresskoma, aus dem mich nur das Dessert zu wecken vermochte. Kennt ihr das, wenn man pappsatt ist, aber trotzdem eine nie dagewesene Sehnsucht nach Zucker verspürt? So, als wolle man sich den kulinarischen Rest geben. Ich hatte mir fest vorgenommen, erstmal Pommes und Co. zu verdauen. Nichts da. Es lachte mich geradezu an, von seiner glänzendsten Schokoladenseite. Es war sehr süß und schmeckte himmlisch, wie Mousse-au-Chocolat-Torte. Die üppige Kombi enthielt wenig Nährstoffe, dachte ich, aber dafür setze sie viele Glückshormone frei. Gleichzeitig lähmte sie mich aber den restlichen Tag und sorgte dafür, dass ich mein Training am Abend strich und kurzerhand meine Mädels zum spontanen Feierabend-Drink zusammenrief. Jetzt war es sowieso egal, da ich mein Kalorienkonto an diesem Tag bereits zum Mittagessen bei Weitem gesprengt hatte. Als Grundlage für den Barbesuch diente die köstliche Bowl, die eigentlich als Gemüse-Beilage meines Mittagsmenüs bestimmt gewesen war.

Den Smoothie, der eigentlich als Pre-Workout-Snack gedacht war, hatte ich eingepackt und am nächsten Tag gefrühstückt. Damit war das umfangreiche Mittagsmenü von Deliveroo also tatsächlich meine ganze Tagesration an Nahrung. Aus meiner Sicht mangelte es tatsächlich nur an einer einzigen Beilage: den Nährwertangaben. Auf meine Anfrage entschuldigte sich die Verantwortliche: "Es tut mir leid, aber leider kann das Restaurant keine genauen Angaben zu den Nährwert und Kalorienangaben machen. Bei einer künftigen Bestellung würden wir darauf achten, dass es sich um ein Restaurant handelt, das diese Daten für Sie zur Verfügung stellen kann." Dafür konnte sie mir aber das Restaurant und die Zutaten meiner Lieferung nennen, denn bis dato hatte ich mich ja überraschen lassen. Als ich dort recherchierte, staunte ich nicht schlecht: Lieferant war das mir bis dahin unbekannte Hamburger Restaurant "Froindlichst – The Vegan Musketeers". Es handelt sich um eine kreative Küche, die amerikanische Klassiker wie Burger, Burritos und Pizza so interpretiert, dass selbst eingefleischte Proteinfans nicht merken, dass sie gerade vegan speisen...

1. Der Pre-Workout-Smoothie: "Baby Ginger Spice"

Mein Pre-Workout-Snack beziehungsweise Frühstück war der Smoothie "Baby Ginger Spice", bestehend aus diesen Zutaten: Apfel, Spinat, Ingwer, Zitrone, Dattel und Weizengras.

Mein Urteil: Schmeckte gesund, lecker, leicht scharf und süß. Auf Ingwer hatte ich getippt, Dattel und Weizengras hätte ich nie rausgeschmeckt, werde ich mir aber merken – tolle Kombi. Als Snack vor dem Training ist der Smoothie eine hervorragende Wahl: Apfel und Datteln liefert schnelle Energie, Ingwer und Zitrone heizen den Stoffwechsel an. Püriert ist das ganze auch kurz vor dem Training noch bekömmlich und leicht zu verdauen. Der Smoothie liefert meiner Schätzung nach 200 bis 250 Kilokalorien.

2. Das Hauptgericht: Falsche Pommes und Nuggets mit Überraschungseffekt

Das Hauptgericht lieferte wie gewünscht viel Eiweiß, allerdings kein tierisches. Die Chicken Nuggets waren tatsächlich Seitan-Nuggets – und ich habe es nicht geschmeckt, so gut gewürzt und zart wie sie waren. Ich staunte nicht schlecht, zumal ich vorher noch nie Seitan gegessen hatte. Im Gegensatz zu Tofu verleiht Seitan dem Fake-Fleisch einen ähnlichen Biss.

Mein Urteil: Seitan und Hähnchenbrustfilet weisen sehr ähnliche Eigenschaften auf: 100 Gramm Hähnchenfleisch enthalten etwa 110 Kilokalorien, 23 Gramm Eiweiß, 2 Gramm Fett und 0 Gramm Kohlenhydrate. 100 Gramm Seitan liefern knapp 150 Kilokalorien, 28 Gramm Eiweiß, 2 Gramm Fett und 2,5 Gramm Kohlenhydrate. Es wird aus Weizenmehl hergestellt, durch den Herstellungsprozess bleibt am Ende aber fast nur das Weizeneiweiss übrig. Es enthält allerdings Gluten und eignet sich daher nicht für Menschen mit einer Unverträglichkeit. Entscheidend ist natürlich die Zubereitung: In meinem Fall war das Ersatzfleisch frittiert. Das minimiert den Fitness-Faktor leider und so dürften die neun Nuggets mit über 300 Kilokalorien zu Buche schlagen. Für die Pommes gilt dasselbe: 200 Gramm enthalten etwa 300 Kilokalorien und relativ viel Fett. Gebacken wären sie deutlich figurfreundlicher gewesen. Zwar lassen Süßkartoffeln den Blutzuckerspiegel nicht so rasant steigen wie Kartoffeln und halten dadurch länger satt, aber die süße und die schwere Avocado-Sauce dürften diesen Effekt wieder zunichte machen. Alles in allem habe ich mir da sicherlich über 800 Kilokalorien aufgetischt. Auch wenn es lecker war, sollte das eine Ausnahme gewesen sein – kein Wunder, dass ich mich zu voll für Sport gefühlt habe.

Das komplette Deliveroo-Mittagsmenü war ganz schön viel für einen Sportler – aber super lecker und nahhafter als es aussieht.(© 2019 CURVED)

3. Verblüffendes Dessert: Von wegen Mousse-au-Chocolat

Die Dessert-Auflösung sorgt ebenfalls für Verblüffung: Statt klassischer Mousse-au-Chocolat auf Schoki-Zucker-Sahne-Ei-Basis hatte ich einen raffinierten Avocado-Schoko-Kuchen auf dem Teller. Die Zutaten: Avocado, Kakao, Zucker, Kokosöl, Buchweizen, Mango, Gojibeeren. Das hätte ich wirklich nie gedacht, weil ich immer skeptisch war, was Low-Carb-Nachtisch anbelangt. Die Avocado kommt bei mir gesalzen aufs Brot, süß konnte ich sie mir gar nicht vorstellen – danke, Deliveroo, jetzt schon.

Mein Urteil: Anstelle von Zucker hätte man hier vielleicht auf natürliche und nährstoffreichere Süßungsmittel setzen können, aber davon abgesehen sind die Zutaten viel nahrhafter als typische Torten. Dennoch lieferte das Stück mit Sicherheit mindestens 300 Kilokalorien. Warum es im Vergleich zur echten Schokotorte aber ewig satt hielt, weiß ich ich erst jetzt:

4. Das Abendessen: Die ideale Eiweißquelle nach dem Training

Mein Abendessen war die "Billy iBowl" mit reichlich rotem Quinoa, Kirschtomaten, Avocado, Hanfsamen, Rote-Beete-Sprossen, Wildsalat und Balsamicodressing. Durch den Quinoa und die Avocado kommen hier auch mehr Kalorien als gedacht auf den Teller, insgesamt bestimmt auch an die 500.

Die Billy iBowl von Froindlichst in Hamburg.(© 2019 CURVED)

Mein Urteil: Alle Zutaten sind sehr nahrhaft und im Rahmen eines sportlichen Lifestyles ideal: Quinoa liefert pro 100 Gramm 14 Gramm Eiweiß sowie viele Nährstoffe und eine Avocado bringt viele gesunde Fette sowie Magnesium auf den Teller. Eigentlich als Beilage gedacht, war allein die Salatbox ein vollwertiges, knackiges Abendessen.

Fazit: Die Deliveroo-Lieferung war super lecker und sogar bedingt Fitness-Food

Wer mitgerechnet hat, dem wird nicht entgangen sein, dass mein kleines Sportler-Mittag-Essen, das mir Deliveroo freundlicherweise für diesen Testbericht gesponsert hat, mit Hauptgericht, Salat, Dessert und Smoothie schätzungsweise 1.700 bis 2.000 Kalorien lieferte – und damit tatsächlich den Tagesbedarf einer Frau deckt. Alles war sehr schmackhaft, keine Frage. Außerdem waren die Zutaten sehr nahrhaft und proteinreich – anders, als man es von Pommes, Chicken Nuggets und Schokotorte erwartet. Als Sportlerin hätte ich mir lediglich eine alternative Zubereitungsart zum Frittieren gewünscht und kleinere Portionen, vor allem was das Hauptgericht und Dessert betrifft. Ich würde aber jederzeit wieder bei Deliveroo bestellen, nächstes Mal entweder nur eine Bowl und den Smoothie, oder mit einer Tupperdose ausgestattet für den nächsten Tag. Wichtig wären außerdem genaue Nährwertangaben, denn nur so kann man seine Ernährung tracken und auf Kurs bleiben. Der Kostenpunkt liegt übrigens normalerweise bei fairen 10,90 Euro für die Bowl inklusive Süßkartoffel-Pommes, 4,90 Euro für die Nuggets, 3,90 Euro für den Avocado-Schoko-Kuchen und 6,90 Euro für den Superfood-Smoothie. Lediglich den finde ich etwas überteuert. Wer den Lieferdienst auch mal testen möchte, kann sich die Deliveroo gratis aufs Handy laden und findet garantiert ebenfalls gesunde Alternativen zu Fastfood in seiner Stadt.


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