Bonusprogramm: Diese Krankenkassen bezahlen Fitnesstracker oder Apple Watch

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Ihr hättet gern ein neues Wearable und seid bereit, dafür Punkte im Bonusprogramm eurer Krankenkasse zu sammeln? Dann lest weiter.
Ihr hättet gern ein neues Wearable und seid bereit, dafür Punkte im Bonusprogramm eurer Krankenkasse zu sammeln? Dann lest weiter.(© 2019 Getty Images/iStockphoto)

Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind immer noch die beste Prävention gegen Zivilisationskrankheiten. Viele Krankenkassen belohnen das Engagement ihrer Versicherten für die eigene Gesundheit mit Bonusprogrammen – bei vielen springt dabei sogar ein neuer Fitnesstracker oder gar eine Apple Watch raus! Was Versicherte bei welcher Kasse dafür tun müssen, erfahrt ihr hier.

Eine Apple Watch gegen ein langes, gesundes Leben? Aus der Sicht von Krankenkassen sicherlich immer noch ein absolutes Schnäppchen. Dafür müssen Versicherte das ganze Jahr über fleißig Teilnahmebescheinigungen an Vorsorgeuntersuchungen, Ernährungs- und Gesundheitsprogrammen oder auch Sportabzeichen sammeln und einreichen. Auch Nachweise über Mitgliedschaften in Sportvereinen oder Fitnessstudios zählen. Aber nicht jeder hat die Zeit oder Lust auf durchorganisierte Sportstätten. Wie viele Leute betreiben stattdessen lieber Ausdauersport in Eigenregie oder schwitzen mit Fitness-Apps? Sollen die etwa alle leer ausgehen? Nein, meinen immer mehr Kassen. Schließlich lassen sich auch diese gesundheitsfördernden Aktivitäten mit Wearables bestens dokumentieren und nachweisen. Tech-Hersteller setzen immer mehr nützliche Standards – angefangen bei der automatischen Sportartenerkennung bei Fitbit über die Einschätzung des persönlichen Stresslevels bei Garmin bis hin zur EKG-Funktion, die vor Schlaganfällen und Herzinfarkten warnt sowie der automatischen Notruffunktion der Apple Watch Series 4. So nimmt die Gesundheit in der Tech-Branche einen immer höheren Stellenwert ein. Inzwischen verlassen sich selbst viele Krankenkassen darauf, dass Fitnesstracker eine starke Motivationskraft für mehr Bewegung im Alltag haben. Wie der Stern berichtet, bezuschussen viele ein Wearable. Was Versicherte anderer Kassen tun müssen, um stolzer Besitzer eines neuen Wearables zu werden, erfahrt ihr hier.

Die verschiedenen AOK-Gliederungen

Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) besteht aus elf rechtlich selbständigen Krankenkassen. Daher gelten je nach Landesverband auch ganz unterschiedliche Versicherungsbedingungen. Die AOK-Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Bremen/Bremerhaven, Hessen, Niedersachsen, Nordwest, Rheinland-Pfalz/Saarland sowie Sachsen-Anhalt gewähren ihren Versicherten keinen Zuschuss für ein Wearable.

Die AOK Nordost übernimmt im Rahmen des AOK-Gesundheitskontos alle zwei Jahre 50 Prozent des Anschaffungspreises von Wearables – maximal jedoch 50 Euro. Dabei spielt es keine Rolle, ob Nutzer sich für einen klassischen Fitnesstracker oder eine Smartwatch entscheiden.

Die AOK Plus Sachsen/Thüringen belohnt den Kauf eines Fitnesstrackers einmal pro Jahr mit 3.000 Punkten in ihrem Bonusprogramm. Ausgezahlt entsprechen diese 30 Euro. Entscheidend ist, dass das Wearable – egal ob Tracker oder Smartwatch – während der laufenden Mitgliedschaft bei der Kasse vom Versicherten selbst gekauft worden ist.

Die AOK Rheinland/Hamburg ist am spendabelsten: Wer an einer Gesundheitsmaßnahme teilnimmt, hat die Wahl zwischen 50 Euro in bar oder bis zu 250 Euro als Zuschuss für Gesundheitsleistungen. Der Clue ist aber, dass hierunter eben auch zertifizierte Fitnesstracker und Smartwatches wie die Apple Watch gehören. Das heißt, hier kann man sich sein Wearbale nahezu komplett bezahlen lassen. Bei drei Gesundheitsmaßnahmen ist mit der 500 Euro-Prämie sogar eine Apple Watch drin. Alternativ gibt es 125 Euro in bar. Allerdings sollten Versicherte wissen, dass die Kasse maximal 80 Prozent des Rechnungsbetrags für den Fitnesstracker erstattet, 20 Prozent müsst ihr also noch selbst drauflegen.

Nicht jeder kann eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio nachweisen, viele Krankenkasse akzeptieren aber auch Fitnessdaten von Wearables.(© 2018 Shutterstock / SFIO CRACHO)

Barmer

Die Barmer-Krankenkasse gibt zwar keinen Zuschuss auf die Anschaffung von Wearables, bietet Versicherten aber die Möglichkeit, sich einen Fitnesstracker aus dem Sachprämienkatalog auszusuchen. Derzeit ist dort lediglich ein Activity Tracker von ACME aufgeführt – solange der Vorrat reicht. Dafür müssen Versicherte im Rahmen des Barmer-Bonusprogramm 500 Punkte sammeln.

BKK Mobil Oil

Die Betriebskrankenkasse Mobil Oil hat mit "Fitforcash" ebenfalls ein Bonusprogramm, das Fitnesstracker und Smartwatches mit 50 bis 250 Euro fördert. Dafür müssen Versicherte mindestens an drei Gesundheitsmaßnahmen teilnehmen, etwa Zahnvorsorge, Krebsvorsorge und Impfschutz.

DAK

Auf die Stern-Anfrage bei der ältesten Krankenkasse Deutschlands hieß es nur: "Die DAK-Gesundheit fördert die Anschaffung von Wearables über das Bonusprogramm." Auch hier werden Präventationsmaßnahmen angerechnet. Auch regelmäßige Bewegung beziehungsweise viele Schritte werden belohnt. Dafür können Versicherte ihr Wearable mit der Gesundheits-App "Vivy" verbinden und ihre Bewegungsdaten auf Wunsch mit der Kasse teilen.

IKK classic

Von der IKK classic erhalten Versicherte bis zu 150 Euro Zuschuss pro Jahr für einen Fitnesstracker oder eine Smartwatch ihrer Wahl. Dafür müssen mindestens vier Gesundheitsmaßnahmen erbracht werden.

HKK

Ganz ähnlich läuft es auch bei der HKK: Mit Nachweisen über anerkannte Gesundheitsaktivitäten sammeln die Mitglieder Punkte und erhalten dafür Prämien zwischen 50 und 250 Euro. Diese können gegen weitere Gesundheitsmaßnahmen eingelöst werden. Darunter fallen zum Beispiel professionelle Zahnreinigungen, aber auch die Beteiligung am Kauf eines Fitnesstrackers oder einer Smartwatch.

Die Apple Watch Series 4 wäre sicherlich ein Hauptgewinn im Bonusprogramm.(© 2018 Shutterstock / Peppinuzzo)

KKH Kaufmännische Krankenkasse

Bei der KKH beläuft sich der Zuschuss für Fitnesstracker, Apple Watch und Co. zwischen 30 und 180 Euro, je nach der Anzahl der Gesundheitsmaßnahmen, die nachgewiesen werden können.

Pronova BKK

Bei der Pronova BKK fällt der Zuschuss nicht ganz so hoch aus: Für drei Gesundheitsmaßnahmen wie Impfungen, Zahnvorsorge oder Mitgliedschaft im Fitnessstudio erhalten Versicherte 30 Euro Zuschuss, die sie in ein Wearable ihrer Wahl investieren können. Mit weiteren Bonusprogramm-Maßnahmen sind maximal 60 Euro drin.

SBK

Für zwei bis zehn Stempel im Bonusheft erhalten Teilnehmer bei der SBK 20 bis 100 Euro. Die kann man zum Beispiel für ein Wearable anlegen. Versicherte, die sich erstmals zum Bonusprogramm anmelden, sind sogar bis zu 125 Euro drin.

Techniker Krankenkasse

Beim Bonusprogramm der Techniker Krankenkasse können die Versicherten zum Beispiel durch Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen Punkte sammeln. Auch wer zwölf Wochen jeweils 60.000 Schritte über ein Wearable trackt, das mit der TK-App gekoppelt ist, sammelt 500 Punkte. "Der Betrag unserer Gesundheitsdividende liegt bei mindestens 60 Euro bis rund 235 Euro und ist abhängig davon, an welchen Aktivitäten Versicherte teilgenommen habe", sagte die TK dem Stern auf Anfrage. Für 1.000 Punkte gibt es entweder 30 Euro ausgezahlt oder den doppelten Betrag als Gesundheitsdividende. Pro weitere 100 Punkte gibt es 2,50 Euro bar beziehungsweise 5 Euro Prämie für Gesundheitsleistungen. Dafür haben Versicherte immer ein Jahr Zeit.

Am Ende zahlt sich Fitness immer aus: für die eigene Gesundheit.(© 2018 Shutterstock / Dragon Images)

Fazit: Punkte sammeln lohnt sich immer – vor allem für die Gesundheit

Was nützt die dickste Prämie, wenn man sie sich nicht sichert? Klar, die Teilnahme an egal welchem Bonusprogramm erfordert Einsatz – und der ist nicht gerade klein: Ihr müsst euch zunächst einmal Informationen von eurer Krankenkasse zum Bonusprogramm einholen, euch dafür registrieren, um Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen kümmern, gegebenenfalls Gesundheits- oder Fitnesskurse absolvieren und definitiv in einen Zettelkrieg ziehen. Wer schon ein Wearable hat, kann die sensiblen persönlichen Fitnessdaten auf freiwilliger Basis mit seiner Krankenkasse teilen, um noch mehr Punkte zu sammeln. Wie man dazu steht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wie ihr hier gelesen habt, kann sich das je nach Krankenkasse richtig auszahlen: Bis zu 500 Euro winken pro Jahr. Und so nervig die Dokumentationspflicht auch ist: Am Ende tut ihr es ja nicht nur für das Konto, sondern für eure Gesundheit. Jede Maßnahme zählt – selbst wenn ihr dafür am Ende keine stylische neue Apple Watch bekommt. Mit den Apps der Krankenkassen fällt das ganze Procedere übrigens deutlich leichter.

Aber wie viele Versicherte machen sich diese Mühen wirklich, mit dem Ziel, ein Wearable zu ergattern? Teilweise erstaunlich viele, wie die AOK Nordost berichtet: "Unter allen nachgefragten Leistungen des AOK-Gesundheitskontos liegen sie auf Platz 3". Bei der BKK Mobil Oil landen die Gadgets im Ranking nur auf Platz 8 – und damit deutlich hinter der professionellen Zahnreinigung, Osteopathie oder Brillen.

Falls ihr nun auch ein Ziel habt, geben wir euch hier schonmal unsere Top-Fitnesstracker mit auf den Weg. Tipps, wie ihr noch mehr Nutzen aus eurem Wearable zieht, haben wir auch. Diese Fehler solltet ihr dabei unbedingt vermeiden. Außerdem könnt ihr bei uns lesen, was Fitnesstracker laut Aussage einer Personal Trainerin wirklich können. Wie viele Schritte am Tag wirklich fit machen, haben wir außerdem recherchiert.

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