Amazon: Alexa könnte in Robotern noch besser werden

Mit Lautsprechern wie dem Echo Dot kann Alexa nur hören und sprechen.
Mit Lautsprechern wie dem Echo Dot kann Alexa nur hören und sprechen.(© 2019 Shutterstock / Charles Brutlag)

Ohren und einen Mund hat Alexa bereits, aber Amazons Sprachsteuerung braucht noch mehr Möglichkeiten "zum Erkunden der Welt". Der wissenschaftliche Leiter der Alexa-Abteilung von Amazon hat bei einer Digital-Konferenz Spekulationen über die Weiterentwicklung des digitalen Sprachassistenten angeheizt.

Das Wörtchen "smart" findet sich im Jahr 2019 nahezu überall wieder: In Smartphones, Smartwatches, Autos und sonstigen "smarten" Geräten sowie digitalen Assistenten. Im Fall letzterer gehört Amazons Künstliche Intelligenz Alexa zu den ausgeklügeltsten Vertreterinnen ihrer Art. Doch smart? Nein, das ist sie wahrlich nicht.

Weiter Weg bis zu einer echten Intelligenz

Das behauptet zumindest einer, der sich damit auskennen dürfte: Rohit Prasad. Prasad ist der wissenschaftliche Leiter der Alexa-Abteilung bei Amazon und damit so was wie der Vater von Alexa. Diese Woche war er bei der "EmTech Digital" zu Gast, einer Konferenz des "MIT Technology Review", wo er sich zur möglichen Zukunft der KI geäußert hat. Seit der Vorstellung des ersten Amazon Echo 2014 hat das Unternehmen über 100 Millionen Geräte mit der digitalen Sprachsteuerung verkauft. Was noch vor fünf Jahren als aufsehenerregende Technologie galt, ist heute für viele Nutzerinnen und Nutzer schon zur Normalität geworden.

Und auch wenn das neuronale Netzwerk hinter der KI mit der Zeit immer mehr lernt und Amazon mit jedem Update die Software optimiert, kann man noch lange nicht von einem wirklich intelligenten Helfer sprechen. Das wissen alle, die schon mal versucht haben, mit Alexa ein Gespräch zu führen, das über zwei Fragen hinausging. Zwar hat Alexa den Vorteil, jederzeit auf die größte Enzyklopädie der Menschheitsgeschichte zurückzugreifen, doch die menschliche Sprache ist sehr kompliziert: "Unsere Worte tragen mehr Gewicht und Bedeutung, als uns bewusst ist", so Prasad.

Verständnis lernen durch eigene Erfahrungen

Das Verständnis der menschlichen Sprache beruht unter anderem auf der Fähigkeit, Empathie zu empfinden, und auf dem gegebenen Kontext eines Gesprächs. Heutige KI versuchen, die kontextuellen Rahmenbedingungen zu erschließen, indem sie möglichst viele messbare Faktoren einbeziehen. Dazu gehören beispielsweise das Datum, die Außentemperatur, die Uhrzeit, aber auch welcher Musiktitel gerade in der Umgebung vermehrt gehört wird.

Das ist zwar schon ganz schön beeindruckend, aber das System stößt damit auch recht schnell an seine Grenzen. Diese Grenzen könnten laut Prasad verschoben werden, wenn die KI in eine neue Form gegossen werden würde. Um etwas zu erlernen, das dem "common sense", in etwa also dem "gesunden Menschenverstand" nahekommt, muss es Alexa möglich sein, sich zu bewegen und zu entdecken. Prasads Vision ähnelt dabei den klassischen Vorstellungen von humanoiden Robotern: "Der einzige Weg, smarte Assistenten wirklich smart zu machen, ist, ihnen Augen zu geben und sie die Welt erkunden zu lassen."

Amazon Alexa in humanoiden Robotern

Das klingt jetzt erstmal wie ein hypothetisches Szenario. Dazu muss man aber wissen: Schon seit Längerem halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach Amazon an einer neuen Version des Amazon Echo arbeitet, der dem User zu Hause, sofern man denn will, in alle Räume folgt. Der Echo Spot und der Echo Show verfügen bereits über eigene Kameras. So abwegig ist eine solche Entwicklung also nicht.

Ob sich diese Roboter mithilfe von Rädern oder doch eher beweglichen Beinen fortbewegen würden, ist zum jetzigen Zeitpunkt reine Mutmaßung. Wieso Alexa nicht einfach in die Roboter von Boston Dynamics einbauen? Einerseits ist das ein faszinierender Gedanke, andererseits auch ganz schön gruselig.


Weitere Artikel zum Thema
Amazon Echo: Nun könnt ihr Alexa selbst neue Dinge beibrin­gen
Sascha Adermann
Ab sofort könnt ihr eurem Amazon Echo ein paar neue Tricks beibringen
Ein selbst entworfenes, interaktives Abenteuer mit den Kids erleben? Mit Alexa Skill Blueprints ist so etwas auf dem Amazon Echo nun möglich.
Alias: Dieses Gadget soll Google Home und Amazon Echo abhör­si­cher machen
Christoph Lübben
Projekt Alias ist ein Parasit für smarte Lautsprecher
Taubheit für Google Home und Amazon Echo: Mit Alias könnt ihr ein Abhören durch smarte Lautsprecher unterbinden.
Amazon Echo Input: Ab sofort könnt ihr eure Stereo­an­lage smart machen
Christoph Lübben
Der Amazon Echo Spot kommt ohne Lautsprecher und ist für Stereoanlagen und Co. gedacht
Der Amazon Echo Input ist da. Der smarte Lautsprecher eignet sich, wenn ihr Alexa über eure Stereoanlage nutzen möchtet.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.